Wanderfreunde Eddelak und Umgebung e.V.

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Wanderverband Norddeutschland e.V.

 

Zu Besuch in der Karpfenstadt "Reinfeld"

 

Am 09.04.2011, morgens um 07.45 Uhr Treffpunkt Bahnhof St, Michaelisdonn. Diese Tour, die mit der NOB in Richtung HH-Altona, HH-Hbf und weiter in Richtung Bade Oldesloe bis zu unserem Ziel und Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung, der Karpfenstadt "Reinfeld" führte, wurde unter der Wanderführung Dieter Kohns unternommen. Mit den in Burg zugestiegenen Wanderfreunden waren wir insgesamt 20 Personen einschl. 2 Enkelkinder von Bernd und Gia. Ab HH-Altona ging's in die S31 bis zum HH-Hbf, wo wir dann in den RE 10 stiegen, der uns dann über Bad Oldesloe zu unserem Zielort "Reinfeld" brachte. Vom Bahnhof aus erreichten wir nach einigen Minuten die Reinfelder Teichwirtschaft von A. Wenskus, wo wir eine Frühstückspause mit  Kaffee und verschiedenen Fischbrötchen einlegten. Danach ging es auf eine Rundwanderung durch die intakte Natur mit den 8 Karpfenteichen. Das Wetter war natürlich von unserem Wanderführer Dieter Kohn für diese "Naturwanderung" rechtzeitig bestellt worden. Die japanische Kirsche stand hier und da bereits in voller Blüte. In den von uns durchwanderten Waldabschnitten mit wenig Grün, begrüßten uns die flächendeckenden "Buschwindröschen" oder auch "Waldanemonen" genannt, mit ihren markanten weißen sternförmigen Blüten. Eine ähnliche, aber gelbfarbene Blume, fand ebenfalls unserer Interesse. Zwischendurch wurden kleine Pausen eingelegt, um die mitgebrachte Rucksackverpflegung zu verzehren. Die letzte Etappe war für die Umrundung des Herrenteiches vorgesehen, die dann wieder bei unserem Ausgangspunkt, der Teichwirtschaft von Wenskus endete. Hier war Kaffee-Einkehr angesagt. Für unsere interessierten Wanderer wurde eine kurze Einführung in die Karpfenzucht und deren Entstehung in Reinfeld gegeben. Als Mitbringsel nahmen einige von uns geräucherten Fisch mit auf die Heimfahrt. Der Zug aus Richtung Lübeck, der uns nach HH-Hbf bringen sollte, hatte 15 Minuten Verspätung. Wir kamen allerdings rechtzeitig zur Abfahrt unseres Zuges um 17.33 Uhr in HH-Altona an. Auf dem Weg nach Itzehoe erfuhren wir, dass wir in Itzehoe aufgrund von - Gleisbauarbeiten zwischen Itzehoe und Heide mit einem Bus weiterfahren mussten. Gegen 19.45 Uhr kamen wir über Wilster und Burg in St. Michaelisdonn an. 

 

Reinfeld die "Karpfenstadt" und deren Geschichte 

Die Stadt Reinfeld (Holstein) liegt im Norden des Kreises Stormarn in landschaftlich reizvoller Lage und ist Mittelpunkt eines Nahbereiches von 12 Gemeinden. Ihre gefällige, natürliche Schönheit verdankt Reinfeld den Zisterziensermönchen, die sich hier seit dem 12. Jhd. ansiedelten. Reinfeld (Holstein) ist im Laufe der Zeit als "Karpfenstadt" zu einem festen Begriff geworden. Jedes Jahr ab Oktober, wenn die Feinschmecker aus ganz Norddeutschland hierher kommen, herrscht Hochbetrieb in den renommierten Gaststätten, um das schmackhafte Wappentier zu verkosten. Die mit der offiziellen "Karpfenprobe" und dem Abfischen des Herrenteiches eröffnete Karpfensaison dauert bis zum März/ April des folgenden Jahres.

Seine natürliche Schönheit verdankt Reinfeld den Zisterziensermönchen, die hier seit 1186 zwischen Bad Oldesloe und Lübeck neben der Heilsau ihr Leben fristeten. Durch das Aufstauen der Heilsau, eines Nebenflusses der Trave, ist der Herrenteich entstanden. Außer dem ca. 60 ha großen Herrenteich sind heute noch vier kleinere und vier Hellernteiche erhalten, die alle von alters her der Edelfischzucht, hauptsächlich der Spiegelkarpfen, dienen. Bereits im 13. Jahrhundert haben die Mönche begonnen, Wassermühlen zu bauen. Die Mühle in nächster Nähe ihres Klosters am Herrenteich hat fast 700 Jahre überdauert, sie trug seit 1917 den Namen "Claudius Mühle". Politisch geschickte und wirtschaftlich begabte Äbte haben ihr Kloster nahezu 400 Jahre lang geführt, bis es 1582 vom dänischen König eingezogen worden ist. Die Mönche hatten vier Güter angelegt. Die Ländereien der beiden Größeren wurden dänischerseits seit 1770 aufgesiedelt. Hieraus sind die so genannten Parzellistengemeinden Stein- und Neuhof entstanden. Aus der Abtei entstand das Amt Reinfeld im Herzogtum Plön. Herzog Johann ließ das Kloster abbrechen und aus dem gewonnenen Baumaterial ein vierflügeliges Renaissanceschloss bauen. Dies hat am Nordufer eines Klosterteiches gestanden, der seit jener Zeit Hausgraben heißt. Die frühere Klosterkirche wurde nicht mit abgebrochen, sie ist jedoch 1635 einem Unwetter zum Opfer gefallen, in dem der Staudamm des Herrenteiches gebrochen ist. Aus dem Bruchmaterial ist die heute noch stehende evangelische Kirche erbaut und am 2. Juli 1636 geweiht worden. Zwischen Schloss und Kirche ist das Dorf Reinfeld entstanden.

 

Hier nun ein paar Impressionen unserer Wanderung in Reinfeld

 
Stadtplan Reinfeld   Wappen
Warten auf die NOB Ab HH-Hbf mit dem R10
    Auf dem Weg
zu unserem Karpfenzuchtbetrieb Prediger-Witwenhaus
    Frühstückpause
bei Wenskus  
     
Karpfensaison Oktober - April   Buschwindröschen oder
Anemone    
  Wanderkarte  
    Hünengrab
  Schwanenpaar Blesshuhn
     
Eine Einführung in die Karpfenzucht

durch Herrn und Frau Wenskus

 
leerer Karpfenteich Klosterkirche zu Reinfeld HH-Hbf
   
  Warten auf den Ersatzbus in Itzehoe  

 

 

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